Von Maschinen und Menschen


01.09.2011 00:00 Von: Gewerkschaftliche Betriebsgruppe HP Rüsselsheim


Bestehen Parallelen zwischen dem Abverkauf des Touchpad und dem Loslösen von PSG?

Die Entscheidung zur Einstellung der WebOS-Geräte ist ein massiver Einschnitt in die Unternehmensstrategie bei HP, ebenso die Ablösung von der firmeneigenen Rechnersparte PSG. Wir möchten die Auswirkungen betrachten: Das Erstgenannte führte zum schnellen Abbau überschüssiger Touchpads - manche Medien benutzten in diesem Zusammenhang den Begriff "verramscht". Die Folgen der Trennung für die Beschäftigten bei PSG sind jedoch ungewiss. Werden Sie ähnlich wie die Touchpads auf den Markt geworfen? Immerhin handelt es sich um Menschen und nicht um Maschinen...

Einem Touchpad ist es zumeist egal, wie viel der nächste Besitzer bezahlt - ein Beschäftigter sieht den Übergang zum Käufer erfahrungsgemäß kritischer, denn es geht um den Fortbestand des eigenen Arbeitsplatzes und der Arbeitsbedingungen. Dazu gehören der Arbeitsort, die Arbeitsdauer, das Gehalt plus dessen Entwicklung, Urlaub und Eingruppierung - um nur die wichtigsten zu nennen. Auch die berufliche Entwicklung sowie die Möglichkeit auf Zusatzeinkommen durch Rufbereitschaften und Überstunden bestimmen die Arbeitsbedingungen, ferner soziale Sonderleistungen wie z.B. Firmenrente, Essensgeldzuschuss, oder Sonderurlaubstage.

All dies stellt der neue Eigentümer in Frage und versucht, wie schon oft geschehen, den eigenen Gewinn auf Kosten der neuen Mitarbeiter zu steigern. Dies gelingt ihm leichter, wenn keine Schutzmechanismen existieren, denn dann muss jeder Mitarbeiter seine Arbeitsbedingungen individuell mit dem neuen Eigner verhandeln - und zieht dabei häufig den Kürzeren.

Einen solchen Schutz schaffen hier nur Tarifverträge, die als Rucksack mit bestehenden Arbeitsbedingungen den Mitarbeiter begleiten, unabhängig davon, wer denn gerade der Arbeitgeber ist.

Übrigens: Die Chancen zur Umsetzung eines Tarifvertrags bei HP sind momentan besser als je zuvor, doch es bedarf einer bei ver.di oder IG Metall organisierten Belegschaft. Tragen Sie Ihren Teil dazu bei!


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